Baumaßnahmen der SES

Bauprojekte in den Klärwerken

Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen

Spurenstoffelimination im HKW Mühlhausen

Durch immer genauere Messmethoden kann in Gewässern inzwischen eine Vielzahl an anthropogen bedingten Substanzen nachgewiesen werden. Obwohl diese sogenannten Spurenstoffe nur in sehr geringen Konzentrationen vorliegen, sind negative Einflüsse auf die Umwelt festzustellen. Die Spurenstoffe werden mit den bisherigen Reinigungsverfahren nur unzureichend oder gar nicht aus dem Abwasser entnommen.

Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart führt deshalb zusammen mit dem Kompetenzzentrum Spurenstoffe Baden-Württemberg (KomS) seit einiger Zeit Versuche im Hauptklärwerk durch. Die Ergebnisse zeigen, dass mit Hilfe von pulverisierter Aktivkohle, direkt in den Flockungsfilter dosiert, Spurenstoffe aus dem Abwasser effektiv entfernt werden können. Die vorhandene Filteranlage wird zu einem Flockungsfilter umgebaut, mit neuen Filtermaterialien befüllt und verfahrens- und automatisierungstechnisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Diese Lösungsvariante spart erhebliche Investitionskosten ein und benötigt wenig Fläche. So bleiben künftige Erweiterungsflächen erhalten.

Aufbau der Versuchsanlage

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Daten/Fakten
Baubeginn 2018
Geschätzte Gesamtkosten 60 Mio. Euro

Aktueller Stand
Halbtechnische Versuchsanlage

     

Klärwerke Stuttgart-Plieningen / Stuttgart-Möhringen

Die Stadtentwässerung Stuttgart setzt weiter auf umweltfreundliche Energieerzeugung – die Blockheizkraftwerke auf den Klärwerken Stuttgart-Plieningen und Stuttgart-Möhringen werden erneuert

Die Stadtentwässerung Stuttgart (SES) betreibt auf allen ihren Klärwerken Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese Anlagen produzieren umweltfreundlich Strom und Wärme aus regenerativem Klärgas. Dieses entsteht bei der Faulung der organischen Inhaltsstoffe des Klärschlamms, dem Reststoff der Abwasserreinigung. Auch wirtschaftlich rechnen sich die Kraftwerke, da sich dadurch der Zukauf von Brennstoffen und Strom stark reduziert. Beim elektrischen Strom kann etwa die Hälfte des Bedarfs durch die Klärgasverstromung gedeckt werden. Der Wärmebedarf wird fast vollständig durch die Abwärme der BHKW und klärgasbetriebene Heizungen gedeckt.

Die BHKW auf den Klärwerken Plieningen und Möhringen sind seit über 15 Jahren in Betrieb. In letzter Zeit häufen sich notwendige Reparaturen. Dies führt verstärkt zum Ausfall dieser Anlagen mit der Folge, dass weniger Energie erzeugt wird und die Wartungskosten zunehmen. Auf dem Markt sind mittlerweile effizientere BHKW verfügbar. Deshalb hat sich die SES dazu entschieden, diese Energieerzeuger zu erneuern.

Auf dem Klärwerk Möhringen sollen drei BHKW-Module mit einer elektrischen Leistung von jeweils 80 Kilowatt installiert werden. Dabei werden, um die Energieproduktion weitgehend aufrechtzuerhalten, die alten Module sukzessive durch die Neuanlagen ersetzt. Dadurch können auch in der Bauphase immer zwei der drei Module betrieben werden. Im Zuge des Austauschs müssen auch die bestehenden Räumlichkeiten erweitert werden.

Ebenfalls drei BHKW-Module sind für das Klärwerk Plieningen vorgesehen. Die elektrische Leistung pro Modul wird dort aber mit 100 Kilowatt etwas höher liegen. Auch hier ist ein sukzessiver Austausch vorgesehen. Durch diese Maßnahmen kann eine effiziente und umweltfreundliche Energieerzeugung auf den Klärwerken Plieningen und Möhringen auch in Zukunft gewährleistet werden.

Daten/Fakten Klärwerk Stuttgart-Möhringen
Baubeginn: Frühjahr 2017
Fertigstellung: Frühjahr 2018
Gesamtkosten: 2,8 Mio €

Aktueller Stand
Die Montage der drei BHKW-Module ist nahezu abgeschlossen. Im Dezember 2017 soll die Inbetriebnahme starten.

Daten/Fakten Klärwerk Stuttgart-Plieningen
Baubeginn: Herbst 2017
Fertigstellung: Herbst 2018
Gesamtkosten: 2,0 Mio €

Aktueller Stand
Die Montage des ersten BHKW-Moduls hat begonnen, dieses soll noch 2017 in Betrieb gehen. Die Montage der beiden weiteren Module ist für 2018 vorgesehen.

     

Bauprojekte in den Stadtbezirken

Stuttgart-Zuffenhausen/Zazenhausen

RÜK Kirchberg mit Zulauf- und Ablaufkanälen

Entsprechend den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie werden im Bereich von Zazenhausen mehrere Regenüberläufe durch eine moderne Regenwasserbehandlungsanlage ersetzt.

Die Maßnahme ist ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz, durch deren Bau der Schmutzfrachtaustrag in den Feuerbach deutlich vermindert wird. Gleichzeitig wird der Hauptsammler Feuerbach entlastet, indem die abzuleitende Schmutzwassermenge gedrosselt dem Hauptklärwerk Mühlhausen zugeleitet wird.

Im einem späteren Bauabschnitt werden die Kanalanschlüsse Himmelsleiter und Spitalhofstraße in Zazenhausen neu gebaut und an den 2013 fertiggestellten Transportkanal angeschlossen. Die alten Regenüberläufe und Entlastungskanäle werden dabei stillgelegt und rückgebaut.

Aktueller Stand

  • Rohbau fertig
  • seit Februar 2017 bis voraussichtlich Sommer 2017 im Probebetrieb

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Stuttgart-Mühlhausen

RÜK Mönchfeldstraße

Mit dem Bau des RÜK Mönchfeldstraße wird ein wichtiges Ziel des Gewässerschutzes in Stuttgart erreicht. Dabei handelt es sich um das letzte Bauwerk zur Regenwasserbehandlung im Einzugsgebiet des Feuerbachs.

Ein nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechender Regenüberlauf kann aufgegeben und durch eine moderne und leistungsfähige Regenwasserbehandlungsanlage ersetzt werden. Gleichzeitig wird der Hauptsammler Feuerbach entlastet, indem durch die Abtrennung von eigentlich sauberem Regenwassers die abzuleitende Schmutzwassermenge deutlich verringert werden kann und gedrosselt dem Hauptklärwerk Mühlhausen zugeleitet wird.

 

Aktueller Stand

  • Baubeginn Herbst 2016

Weitere Informationen

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Stuttgart-Plieningen

Regenüberlaufbecken Paracelsusstraße

Die Landeshauptstadt Stuttgart baute zur Verbesserung der Gewässergüte der Körsch das Regenüberlaufbecken Paracelsusstraße mit einem Stauvolumen von 300 m³. Bei nahezu jedem Regenereignis wurde dem Klärwerk Plieningen zuviel Abwasser zugeführt und gleichzeitig bestand die Gefahr, dass Abwasser in die Körsch gelangte. Das Wohngebiet Breitensteinstraße führte bisher das Regenwasser direkt zum Klärwerk. Die zwei Regenüberläufe in der Fraubronn- und Paracelsusstraße schlagen zwar Regenwasser in die Körsch ab, leiten jedoch trotzdem zuviel Wasser in Richtung Klärwerk.

Durch das Regenüberlaufbecken wird nun das Schmutzwasser zwischengespeichert und kontrolliert zum Klärwerk abgeleitet. Das sehr viel sauberere Regenwasser wird im Überlauf durch einen Rechen zur Körsch geleitet. Der Bau des Regenüberlaufbeckens Paracelsusstraße wurde im Juli 2012 begonnen. Im Oktober 2013 war der Rohbau des Regenüberlaufbeckens fertiggestellt. Die Wiederherstellung der Oberfläche fand im November 2013 statt. Die Planung der technischen Ausrüstung, wie Drossel, Rechen und Elektrotechnik wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht, so dass die Anlage nach der Montage seit Anfang 2017 in Betrieb ist.

Aktueller Stand

  • Inbetriebnahme Frühjahr 2017

Weitere Informationen

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Stuttgart-Sillenbuch

Baumaßnahme Regenüberlaufkanal-Eichenhain

Im Bereich der "Mittleren Filderstraße" wird ab der Einmündung der Straße "Am Eichenhain" auf einer Länge von ca. 850 Meter ein Schmutzwasserkanal verlegt, da der vorhandene Entwässerungskanal neben dem Kleinhohenheimer Bach hydraulisch überlastet ist. Zudem befinden sich im angrenzenden Naturschutz - bzw. Landschaftsschutzgebiet drei Regenüberläufe, die baulich zu sanieren sind. Zur Verbesserung des Gewässerzustandes werden diese Überläufe durch einen Regenüberlaufkanal am Ende des neuen Schmutzwasserkanals ersetzt.

Mit diesem Bauwerk werden ca. 99 % des im Stadtgebiet erforderlichen Beckenvolumens für die Regenwasserbehandlung erreicht und damit ein weiterer wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz geleistet.

Die Baumaßnahme wurde im Juni 2017 begonnen, das Bauende ist für Mitte 2018 vorgesehen. Die erforderliche Maschinen-, Elektro-, Regelungs- und Leittechnik wird im Jahr 2018 montiert werden. Die geplanten Baukosten liegen bei 7,0 Mio. EUR.

Aktueller Stand

  • Baubeginn Juni 2017

Weitere Informationen

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