Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen

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Im Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen befindet sich das Sachgebiet Bau und die Dienststelle Klärwerksbetrieb. Die Dienststelle gliedert sich in fünf Sachgebiete. Das Betriebspersonal im Hauptklärwerk betreibt und wartet die Abwasserreinigungseinrichtungen und Schlammbehandlungsanlagen sowie die Schlammverbrennungsanlage im Schichtbetrieb. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prüfen und überwachen die Reinigungsleistung des Hauptklärwerkes Mühlhausen, hierfür ergänzend steht das SES-Zentrallabor zur Verfügung.

Drohnenflug über das HKW S-Mühlhausen

Profil Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen

Das Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen ist mit einer Ausbaugröße von 1,2 Millionen Einwohnerwerten das größte Klärwerk im Land und zählt innerhalb Deutschlands zu den zehn größten Kläranlagen. Europaweit gehört es zu den modernsten Anlagen. Bereits 1916 wurden die ersten mechanischen Reinigungsbauwerke am Standort Mühlhausen in Betrieb genommen. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte ein fortlaufender Ausbau des Klärwerks zu einer mechanisch-biologischen Anlage mit neuesten Standards.

So wurde schon im Jahr 1982 eine Sandfilteranlage zur weitergehenden Abwasserreinigung gebaut. Die zwei Rechen- und Sandfanganlagen in Hofen und Mühlhausen wurden erst vor wenigen Jahren völlig neu errichtet. Alle geruchsintensiven Anlagenteile sind eingehaust und die Abluft wird behandelt. Die biologische Abwasserreinigung wurde in mehreren Baustufen (zuletzt 2006) den jeweiligen Gewässerschutzzielen angepasst. Dies trifft auch auf die Behandlung des Klärschlamms zu, der in Stuttgart seit über 50 Jahren in einer eigenen kommunalen Schlammbehandlungsanlage verbrannt wird. Im Jahr 2007 wurde ein neuer Wirbelschichtofen in Betrieb genommen. Als weiterer Schritt bei der Schlammfaulung wurden zwei Faulbehälter und ein Blockheizkraftwerk (2 x 800 kW) im Jahr 2012 in Betrieb genommen.

Seit 2014 betreibt die SES im Hauptklärwerk Mühlhausen eine Versuchsanlage zur Entfernung von antropogenen Spurenstoffen und Medikamentenrückständen aus dem Abwasser. Das SES-Zentrallabor verfügt über beste Voraussetzungen, eine große Palette dieser Stoffe vor und nach der Behandlung mit Aktivkohle analytisch zu bestimmen. Damit werden die Voraussetzungen für die Planung und den Bau einer sog. vierten Reinigungsstufe geschaffen.

Das Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen ist aber nicht nur bei der Abwasserreinigung und Schlammbehandlung, sondern auch beim Klimaschutz Beispiel gebend. Durch den Einsatz eines Blockheizkraftwerkes und einer Dampfturbine werden Eigenstrom und Eigenwärme produziert, was die Umwelt erheblich entlastet. Der Strom und die Wärme „verlassen“ das Klärwerk nicht, sondern werden in die klärwerkseigenen Netze eingespeist. Das spart Kosten!

Die Abwasserreinigung erstreckt sich nicht nur auf das Einzugsgebiet der Landeshauptstadt. Fünf Partnerstädte, Esslingen, Fellbach, Korntal-Münchingen, Kornwestheim und Remseck leiten zwischenzeitlich auch Ihre Abwässer in das Stuttgart Hauptklärwerk ein. Dies regeln Abwasseranschlussverträge. Der älteste datiert aus dem Jahr 1926 mit der Stadt Esslingen.

Seit dem Jahr 1995 wird die Abwasserableitung, Regenwasserbehandlung und Abwasserreinigung als Eigenbetrieb innerhalb des Tiefbauamtes geführt. Diese Betriebsart gibt den Verantwortlichen den nötigen Spielraum für Entscheidungen im Sinne des Gewässer- und Klimaschutzes.

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