Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen

Das Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen ist mit seinen 1,2 Millionen Einwohnerwerten die größte Kläranlage in Baden-Württemberg. Täglich werden bis zu 160.000 Kubikmeter Abwasser aus Stuttgart und den Nachbargemeinden Esslingen, Fellbach, Korntal-Münchingen, Kornwestheim und Remseck zu 98 % gereinigt dem Neckar zugeführt.

Neben der Abwasserreinigung wird im Hauptklärwerk Stuttgart Mühlhausen auch der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm thermisch verwertet. Die Strom- und Wärmegewinnung durch Faulgas sowie die Abwärme der Klärschlammverbrennung werden ins klärwerkseigene Netz eingespeist. Damit wird der gesamte Wärmebedarf des Klärwerks und der Strombedarf zu rund einem Drittel gedeckt.

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Historie Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen

Aus hygienischen Gründen wurde um 1900 auf Drängen der Mediziner nach dem Bau eines zentralen Klärwerks geforscht. Im April 1902 nahm eine erste Versuchsanlage auf der Prag ihren Betrieb auf. Den entscheidenden Beschluss, das Klärwerk in der außerhalb von Stuttgart gelegenen Gemeinde Mühlhausen zu bauen fasste der Stuttgarter Gemeinderat im Jahr 1911. Ursprünglich waren als Standorte zuerst Münster oder Hofen vorgesehen. Die Wahl fiel auf Mühlhausen, da die Grundstücke billiger waren.

Am 3. September 1913 erhielt die Stadt die königliche Erlaubnisurkunde für die Einleitung der gesamten Abwässer in den Neckar – unter strengen Auflagen. So mussten alle gewerblichen und häuslichen Abwässer einer mechanischen und einer dem Stand der Technik entsprechenden biologischen Reinigung unterzogen werden. Nachdem die Kanalarbeiten fertiggestellt waren, erfolgte im April 1915 der erste Spatenstich für die neue Anlage. Am 27. Juni 1916 nahm sie den Betrieb auf. Die offizielle Einweihung folgte im Oktober 1916.

Kernstück des Klärwerks war die mechanische Reinigung. Diese setzte sich aus fünf Becken zusammen: drei sogenannte Emscherbecken, einem Neustädter Becken und dem Stuttgarter Becken, das eigens entwickelt worden war und als Regenklärbecken diente. Daran schloss sich eine Tropfkörperanlage an, die ein Zehntel des mechanisch gereinigten Abwassers auch einer biologischen Behandlung unterziehen sollte. Der ausgefaulte Schlamm wurde überwiegend auf ausgedehnte Trockenfelder auf dem Klärwerksgelände transportiert. die Entnahme des Klärschlamms aus den tiefen Becken der mechanischen Reinigung glich dem bergmännischen Untertagebau. Wegen der Kriegswirren dauerte es bis September 1918, dass es jedem Bürger auf eigene Kosten gestattet war, sein Haus an die Schwemmkanalisation der Stadt anzuschließen.

Seit damals wurde das Hauptklärwerk Mühlhausen mehrfach erweitert und umgebaut. Die wichtigsten Anlagen in den letzten 30 Jahren waren der Bau der Sandfilteranlage als letzte Reinigungsstufe, um feinste Stoffe herauszufiltern. Sie ist seit 1985 in Betrieb. Seit 2001 und 2006 gibt es die Rechen-, Sand- und Fettfanganlagen Hofen und Mühlhausen. Mehrfach wurden die biologischen Reinigungsstufen zur Verbesserung der Stickstoffentfernung aus dem Abwasser erweitert, der letzte Abschnitt ist seit 2009 in Betrieb. Wichtige Erneuerungen waren der Ersatz des ältesten Wirbelschichtofens durch einen neuen im Jahr 2007 und den Ersatz der veralteten Schlammfaulung durch eine moderne Anlage mit effektiver Klärgaserzeugung sowie Klärgasspeicherung und -verwertung in einem Blockheizkraftwerk. Sie ist seit 2012 in Betrieb. Auch wurde eine neue geschlossene Annahmestation für Klärschlamm gebaut. Zudem gab es eine neue Anlage zur Verbesserung der Phosphorentfernung. Das Hauptklärwerk Mühlhausen war das erste Klärwerk in Europa, das 1962 eine eigene Verbrennungsanlage für Klärschlamm hatte. Das Klärwerk ist inzwischen auch eine Energieerzeugungsanlage: eine Dampfturbine, zwei Blockheizkraftwerke erzeugen rund 30 Prozent des benötigten Stroms.

Den gesamten Wärmebedarf des Klärwerks liefert die Verbrennungsanlage. Alle Anlagen, der mechanischen Reinigung sind abgedeckt oder mit Gebäudehüllen versehen, deren Luft mit Wäschern und Biofiltern gereinigt wird.

In den nächsten 15 Jahren sind weitere Verbesserungen der biologischen Reinigungsstufe und der Umbau des Sandfilters zum Flockungsfilter geplant. Mit Hilfe letzterem sollen zusätzlich Spurenstoffe wie Arzneimittel, Hormone und Chemikalien reduziert werden. 

 

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