Start mit Workshops und intensivem Dialog
Mit Diskussionen statt Frontalvorträgen begann die Veranstaltung bereits am 10. Februar 2026 in der Stadtentwässerung Stuttgart (SES). In kleinen Gruppen arbeiteten Fachleute aus Kommunen, Ingenieurbüros und Betrieb an konkreten Fragen zu Kanalsanierung und Wärmenutzung aus Abwasser. Schnell wurde deutlich: Die Herausforderungen ähneln sich vielerorts – der direkte Austausch über Lösungen ist deshalb besonders wertvoll. Der Tag endete mit einer Abendveranstaltung, bei der Gespräche und neue Kontakte im Mittelpunkt standen.
Krisen, Klima und die Frage nach robuster Infrastruktur
Am zweiten Tag kamen im Kursaal Bad Cannstatt in Stuttgart über 100 Teilnehmende zur Tagung des DWA-Landesverbands Baden-Württembergs mit integrierter Fachausstellung zusammen. Der Vormittag stand im Zeichen von Erfahrungsberichten – unter anderem zu Krisenmanagement und zum Wiederaufbau nach Extremereignissen wie im Ahrtal. Die zentrale Botschaft: Infrastruktur muss widerstandsfähiger werden, gleichzeitig steigen gesetzliche Anforderungen und Erwartungen der Öffentlichkeit. Vorbereitung und Training bleiben entscheidend.
Fachimpulse, Laborwissen und starke Branchengemeinschaft
Es folgten vertiefende Fachbeiträge aus der Praxis. Eindrücklich waren Einblicke in moderne Abwasseranalysen. „Abwasser lügt nicht“, brachte SES-Zentrallaborleiter Peter Schilling die Aussagekraft der Daten auf den Punkt und zeigte, welche zusätzlichen Erkenntnisse kommunales Monitoring liefern kann. Neben Erkenntnissen zu Technik und Organisation im Betriebsalltag rückte auch immer der menschliche Faktor in den Fokus. Christian Buch, Abteilungsleiter Entwässerung, Stuttgart 21 und Rosenstein bei der SES betonte: „Es braucht auch in unserer Branche tragfähige Kameradschaft – wie in einer Blaulichtfamilie.“
Zwischen Vorträgen, Fachausstellung und Pausen blieb stets Raum für Gespräche auf Augenhöhe. Genau dieser offene Austausch machte die Veranstaltung für viele Teilnehmende zum wichtigsten Ergebnis: gemeinsame Lösungen für eine Infrastruktur, die zu den teuersten – und zugleich unverzichtbarsten – Grundlagen kommunalen Lebens gehört.
Den nächsten Wissenstransfer und Raum fürs Netzwerken gibt es am 24. März 2026 in Fellbach beim 11. Expertenforum Regenüberlaufbecken Baden-Württemberg, zu der Boris Diehm, Landesverbandsvorsitzender DWA-Landesverband Baden-Württemberg und Abteilungsleiter Klärwerke und Kanalbetrieb bei der SES, begrüßen wird.
