13. Mai 2026

Gerüche im Kanal: Warum sie entstehen und was dagegen hilft

Wenn Abwasser riecht, hat das unterschiedliche Ursachen. Die SES setzt auf Analyse und gezielte Lösungen.
Bild zum Beitrag Gerüche im Kanal: Warum sie entstehen und was dagegen hilft. Stadtentwässerung Stuttgart SES
Foto: mit KI DALL·E erstellt

Wie Gerüche entstehen und sich verstärken können

Gerüche im Kanalnetz entstehen vorrangig durch natürliche Zersetzungsprozesse im Abwasser. Problematisch wird es, wenn sie deutlich wahrnehmbar sind. Ein zentraler Grund liegt in veränderten Abwasserbedingungen: Moderne Haushalte verbrauchen beispielsweise durch effektivere Waschmaschinen weniger Wasser, während die Schmutzmenge nahezu gleichbleibt. Dadurch steigt die Konzentration im Abwasser und bakterielle Prozesse finden verstärkt statt. Besonders bei warmen Temperaturen beschleunigt sich dieser Prozess, wodurch unangenehme Gerüche entstehen können. Auch Ablagerungen in den Kanälen können eine Rolle spielen, wenn die Fließgeschwindigkeit zu gering ist und Feststoffe nicht mehr ausreichend abtransportiert werden. 

Äußere Einflüsse

Neben den Prozessen im Kanal beeinflussen auch äußere Faktoren die Geruchsentwicklung. Wetter und Luftdruck haben dabei einen größeren Einfluss, als oft angenommen wird. Bei Druckveränderungen – etwa vor Gewittern – können Gerüche aus dem Kanalnetz verstärkt an die Oberfläche gelangen. Dadurch treten sie manchmal plötzlich und scheinbar ohne erkennbaren Anlass auf. Ein typischer Verursacher ist Schwefelwasserstoff, der unter Sauerstoffmangel entsteht und für den bekannten Geruch nach faulen Eiern verantwortlich ist. Seine Bildung hängt vor allem von Temperatur, pH-Wert und Sauerstoffgehalt im Abwasser ab. 

Gezieltes Vorgehen gegen Gerüche

Da die Ursachen unterschiedlich sind, setzt die Stadtentwässerung Stuttgart auf individuelle Lösungen statt auf Standardmaßnahmen. Grundlage ist eine genaue Analyse vor Ort, unterstützt durch Messungen und Beobachtungen. Je nach Situation kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz, etwa Kanalreinigungen, technische Anpassungen oder bauliche Veränderungen. Auch Hinweise aus der Bevölkerung sind wichtig: Sie helfen dabei, Geruchsereignisse besser einzugrenzen und schneller zu reagieren. Ziel ist es stets, die Ursachen nachhaltig zu beseitigen und die Geruchsbelästigung aus dem Entwässerungssystem spürbar zu reduzieren.

Hier finden Sie mehr Hintergrundinformationen und auch einen Fragebogen zum Ausfüllen, falls Sie unangenehme Gerüche wahrnehmen, die aus dem Entwässerungssystem stammen könnten.